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Heinz

Hier etwas zum Thema: "Manchmal ist es scheiße eine Frau zu sein." Verstehe mich bitte niemand falsch. Ich bin gerne eine Frau. Niemals möchte ich ein Mann sein. Aber manchmal, ja manchmal da könnte ich ausflippen.

Nein, ich rede nicht davon, dass wir Frauen uns alle vier Wochen mit akutem Blutverlust und damit verbundenen Unannehmlichkeiten herum schlagen. Ich gehöre nicht zu den Frauen, die ermattet die Hand vor's Gesicht schlagen, weil sie prämenstrual, postmenstrual oder irgendwie mittendrin menstrual sind. Ich rede auch nicht davon, dass wir uns mit Wachs maltretieren, um unsere ungewollten Behaarungen zu entfernen. Oder uns rasieren. Beim letzten Mal habe ich mich dreimal geschnitten! Kein Wort darüber, dass wir Unsummen beim Frisör ausgeben während wir uns den Hintern platt sitzen, immer ein Auge darauf haben, ob nicht vielleicht doch ein Supermittel gegen Falten auf den Markt kommt, die Blässe unserer Haut beklagen, froh sind, wenn wir endlich das kleine Makeup gefunden haben, dass zu uns passt und wenig Mühe macht und immer ganz traurig sind, wenn wir feststellen müssen, dass sexy Dessous in Wahrheit nur an gut gewachsenen Körpern gut aussehen. Es wird von uns erwartet, dass wir gut kochen, nähen, bügeln, putzen, organisieren und möglichst noch sticken oder doch zumindest stricken können. Wir sollen kinderlieb sein, berufstätig, charmant, gute Autofahrer ist selbstredend, selbständig, anschmiegsam, stark, das schwache Geschlecht. Und hingebungsvoll liebend. Ist klar! Idealiter können wir tapezieren, Möbel zusammenbauen, sind dankbar, wenn wir die Zeichnungsvollmacht für das Bankkonto haben. In der Regel ist es sein Konto. Schließlich verdient er ja auch das Geld. Wir sollen uns nicht in den Vordergrund stellen, uns auf ein Podest heben lassen, gleichzeitig das Klo schrubben, sollen für unseren Kram vollkommen allein verantwortlich sein, während wir natürlich die Führungsrolle des Mannes niemals in Frage stellen würden. Ist auch klar! Gerne hat man uns auch eloquent (nur nicht zu eloquent natürlich), witzig (aber nicht sarkastisch), aufopfernd, aber mit viel Phantasie und Energie. Dabei sollen wir gut aussehen, das männliche Geschlecht anturnen, seine Augen erfreuen, Sex lieben (wenn er Zeit hat) und auch hier experimentierfreudig, aber nicht dominant sein. Ein geiler Job, oder?!

Und wer erwartet das alles von uns? Heinz, während er auf seinem Sofa hockt und seine Zehen in den Puschen wärmt. Möglichst noch im Jogginganzug, weiße Tennissocken tragend. Eben jener Heinz (früher nannte man ihn landläufig Fritz, macht aber keinen Unterschied), der nach den Mühen von acht Stunden Arbeit seine Erholung braucht, der Meinung ist, dass jeder Mann Shorts mit Sandalen tragen kann und einen Plan machen muss, wenn er ein Loch in die Wand bohren soll. Jener Heinz, der keine Ahnung hat von Kindererziehung und stereotyp den Satz wiederholt: "Lass den Kleinen doch. So schlimm ist es ja nicht." Er kennt die Sportvereine seiner Kinder ebenso wenig, wie die Elternabende. Frauensache. Er bekommt mit Mühe und Not ein Spiegelei hin und wird von seiner Mutter dafür gelobt, dass er jetzt die Spülmaschine alleine leeren und befüllen kann. Sogar bedienen kann er sie, der Teufelskerl! Obwohl ... nötig wäre es ja nicht. Schließlich hat er eine Frau, die das erledigen sollte. Solange aber der kleine Heinz nicht gezwungen wird auch noch Wäsche zu waschen, wollen wir einfach einmal großzügig sein. Eine Frau wird schließlich mit diesen Dingen groß. Das ist ihr irgendwann in Fleisch und Blut übergegangen. Und was soll das?! Schließlich kümmert Heinz sich ja auch um das Auto. Er wäscht es und sorgt dafür, dass Öl- und Wasserstand stimmen. Jeder hat halt seine Aufgaben und Heinz erledigt die seinen prompt.

Bescheidenheit ist die Zier der Frau. Heinz weiß das schon längst. Auch er ist bescheiden, obwohl er das gar nicht müsste. Er geht schließlich arbeiten und sorgt für das Auskommen. Und was gönnt Heinz sich denn schon? Um seine Kleidung kümmert sich seine Frau. Da redet Heinz ihr nicht dazwischen, solange er seine Sachen frisch gewaschen und gebügelt vorfindet. Nein, da hat seine Frau freie Hand. Bei der Einrichtung ist das nicht viel anders. Sie braucht ihn nur zu fragen, wie viel sie ausgeben darf. Das kann doch nicht zuviel verlangt sein, oder?! Und Heinz? Er sieht seine Kumpels einmal in der Woche zum Skat oder auch samstags zum Fußball. Ab und zu geht er mit den Freunden einen trinken und lässt sich von seiner Frau abholen. Wenn die Kinder schon schlafen. Den einen oder anderen Tag bastelt er im Keller oder kümmert sich um den Garten. Als er noch bei seinen Eltern gewohnt hat, hat das immer Heinz' Mutter erledigt, aber Heinz beschwert sich nicht. Er ist schließlich ein moderner Mann. Alle vier Wochen ein Kegelabend und einmal im Jahr die Kegeltour. Als die Kinder noch klein waren, hat er immer mit seinem Sohn Fußball gespielt. Barbiepuppen und Kaufmannsläden waren nicht sein Ding. Da hatte seine Frau immer viel mehr Spaß als er. Sie ist ja auch ein Mädchen.

Heinz will doch nur versorgt werden, seine Sportschau gucken und nach einem harten Tag ein bisschen ausspannen. Das geht aber nicht, wenn die Kinder zanken, die Frau meckert oder er schon wieder fast eine halbe Stunde warten muss, bis endlich gegessen wird. Gut, seine Frau musste mit den Kindern zum Arzt, aber so etwas weiß man doch vorher. Das kann man doch wohl besser organisieren. Wenn er auf der Arbeit auch so handeln würde ... oh, dazu hätte sein Chef aber einiges zu sagen. Aber Heinz macht keine große Szene. Er sieht schon, dass seine Frau einiges um die Ohren hat und wartet geduldig, bis alles fertig ist. Erholung sieht allerdings anders aus. Denkt sich Heinz und ergibt sich seinem Schicksal.

So sei es!

Tach auch …
29.8.07 09:40
 


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