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Los, du Arsch ... mach sie fertig!

Okay, das Kind ist krank. Bronchitis, Reizhusten und was weiß ich noch für einen Kram. Das Kind schläft erst am frühen Morgen ein und hustet sich zu Tode. Zum Arzt, Medikamente … das Kind hustet. Wieder zum Arzt, die alte Mutter lässt ihren Tennisarm bandagieren, wieder Medikamente … das Kind hustet. Und es geht nicht zur Schule. Auch nicht zur Hausaufgabenbetreuung. Weil … es hustet und ist übel ansteckend. Wie man an der Oma sehen kann. Die hustet mittlerweile auch schon. Deswegen kann das Kind auch keine anderen Kinder sehen. Die Sache mit dem Husten. So sieht es nur die tennisarmige Mutter. Bis die dann hustet. Und es treibt sie zum Wahnsinn. Die Mutter jetzt. Das Kind hatte Ferien, hat seine Routine verloren, ist vollkommen unausgelastet, völlig verquer und übernächtigt. Zu allem Übel hustet es der Mutter die Ohren voll, die mittlerweile auch völlig übernächtigt ist. Und der Arzt? „Da müssen wir ein paar Tage länger warten, bis das Antibiotikum richtig greift.“ Wir warten? Wir? Wann, mein Licht, darf ich denn das Kind heute Abend bringen. Zum Warten, meine ich.

In Zeiten wie diesen ist jedes Mittel recht. Fernsehen kommt wie gerufen. ADHS’ler sollen nicht zu lange vor dem Fernsehen sitzen? Jo. es darf sich jeder berufen fühlen, ein Alternativprogramm mit dem Kind umzusetzen. Kein Problem. Bis dahin lasse ich es gucken. Solange es guckt, springt es nicht wie irre durch die Gegend, versucht nicht mit Händen und Füßen den Katzen die Sache mit den Pokémon-Karten zu erklären, wird nicht schlagartig sauer, weil die das einen Scheiß interessiert und galoppiert nicht mit dem riesigen Stoffteddy durch die Bude. All das tut es nicht.

Stattdessen sitzt es im Bett und nimmt Anteil an seiner Umgebung. Im Moment „Dinosaur King“ im Fernsehen. Dabei kaut es feist auf einem Hähnchenflügel herum. Und es kommentiert das Gesehene. Es gibt Ratschläge, hustet, tadelt, hustet, jubelt, hustet, springt hier und da vermeintlich unvermittelt im Bett hoch und gibt unnachahmliche Laute von sich … während es hustet. Und es glaubt, man höre es nicht. Weil man nämlich taub ist. Im festen Griff des Banns wovon auch immer, verliert es jede Kontrolle und ruft hier und da „böse“ Worte. Das passiert auch bei Spiel mit dem DS. Völlig weggetreten. „Ich mach dich fertig, du Mistkerl!“ Zwei Sekunden Ruhe. „Da hast du es, du Sack. Mit mir nicht, Männeken!“

Die Mutter ist in solchen Momenten mal mehr und mal weniger taub. Abhängig von der pädagogischen Energie, die zur Verfügung steht. Manchmal ist sie auch stocktaub. Weil sie sich daran erinnert, was sie früher alles so gesagt hat. Draußen beim Spielen. Weit weg von pädagogischen Ohren.

Und sie fragt sich, ob sie ob des merkwürdigen Verhaltens des Sohnes beunruhigt sein soll. Wächst sich das noch aus? Bleibt der Sohn so merkwürdig? Ist das tolerabel oder gleichzusetzen mit kleinen, weißen Mäusen? Gelassenheit oder Zwangsjacke?

Doch dann entspannt sich die Mutter. Wahrscheinlich wäre sie deutlich mehr beunruhigt, wenn sie denn noch der Illusion erlegen wäre, dass der Sohn normal sei. Das weiß sie aber besser. Da stürmen ganze Armeen rechts und links vorbei. So schnell kannst du gar nicht gucken! Sie erinnert sich dann an die anderen Mitglieder der Familie, einschließlich der eigenen Person. Alle laufen aufrecht, reden mit dem Mund und springen auch nur noch selten unmotiviert auf Betten rum.

Kein Grund zur Sorge … das wird.

Tach auch …
8.1.09 13:32





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