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Recht so!

Es geschah vor 35 Jahren. Ich war in der 3. Klasse und schrieb eine Klassenarbeit in Deutsch. Adjektive, Steigerungen. Als ich die Arbeit zurück bekam, war da ein Fehler in meinem Heft (mit roter Hülle) dick und fett rot angestrichen. Ein Fehler, den ich überhaupt nicht einsah. Ein Fehler, für den mich alle auslachten. Ein Fehler, den ich nie vergaß.

Heute ist der Sohn von der Schule nach Hause gekommen. Ebenfalls 3. Klasse. Gleiche Schule, gleiche Etage, der Klassenraum neben meiner alten Klasse. Ich habe sein rotes Heft aufgeschlagen und laut gelacht. Thema: Adjektive und Steigerungen.

Mein Sohn! Ausgestattet mit einem massiven Fundament logischen Denkens. War damals logisch, ist heute logisch, wird immer logisch sein.

"gut, guter, am gutesten"

Tach auch ...
10.12.07 19:48


Wir arbeiten dran ...

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einigem Erstaunen habe ich heute die Äußerungen Ihres Ministers Ndlovu vernommen. Sehr interessant. Ich hätte natürlich auch versuchen können dies in Englisch mitzuteilen, aber für einen soliden Vertreter eines rassistischen und faschistischen Volkes gehört sich das, glaube ich, nicht. Solche Menschen legen wohl sehr viel wert auf die Muttersprache, um ihre Verbundenheit mit dem Vaterland zu signalisieren. Da ich formale Fehler auf jeden Fall vermeiden möchte, belasse ich es beim Deutschen. Sie, als Vertreter des aufgeklärten und toleranten Staates Zimbabwe werden damit sicherlich kein Problem haben.

Sie könnten durchaus damit Rest haben, dass wir Überbleibsel der Nazis sind. Technisch gesehen. Sind wir doch einmal ehrlich … nach dem 2. Weltkrieg hat sich der Rest der Welt nicht gerade darum geprügelt nach Deutschland zu kommen. Es kann also durchaus davon ausgegangen werden, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung mit Nazigenen gezeugt wurde. Nicht schön, ich weiß, aber was will man machen? Wir haben aber daraus gelernt und entnazifizieren unser Blut, indem wir es mit dem Blut so ungefähr jeder anderen Nation mischen. Das geht natürlich nur Schritt für Schritt. Aber … wir arbeiten daran.

Vielleicht können wir uns ja gegenseitig ein Versprechen abnehmen. Während wir also weiterhin an der Bereinigung unserer nationalen Schande arbeiten, wäre es schön, wenn Sie an der Verfeinerung Ihrer Umgangsformen arbeiten könnten. „Sie (Merkel) sollte den Mund halten oder abhauen“ sagt man einfach nicht. Mein achtjähriger Sohn müsste sich an dieser Stelle einen Vortrag über ungebührliches Verhalten anhören, sowohl den Ton als auch die Wortwahl betreffend. Wenn Sie als souveräner Staat ernst genommen werden möchten, dann wäre es wirklich hilfreich, wenn Sie auch so aufträten. Wäre zudem auch viel freundlicher und netter. Ginge das?

Bei einem Satz Ihres Herrn Ndlovu hatte ich leider einige Probleme. „Simbabwe ist keine deutsche Kolonie, das ist höchster Rassismus von einem deutschen Regierungschef.“ Drücken Sie damit Empörung über unsere verbale Kolonialisierung oder das Bedauern über das Fehlen derselben aus? Es wäre sehr freundlich, wenn Sie diesen Teil der Aussage noch einmal präzisieren könnten. Vielen Dank. Leider ist Ihnen hier auch ein kleiner Fehler unterlaufen. Mal abgesehen davon, dass wir eine Regierungschefin haben. Aber was soll’s? Schwamm drüber! Nein, ich rede von der Zeit der deutschen Kolonien. Die wenigen, die wir einmal hatten, sind wir ziemlich zeitig wieder losgeworden. Das ist der Nachteil, wenn man Weltkriege, die man beginnt, nicht gewinnen kann und als Verlierer dasteht. Das ist zwar nicht wirklich clever, dafür zeitlich aber genau einzuordnen. Als wir mordend und plündernd durch die Welt zogen, hier und da verharrend und unser Fähnchen aufstellend, waren wir handelsübliche Imperialisten der damaligen Zeit. Eine unappetitliche Zeiterscheinung sozusagen. Wir waren so rassistisch, wie es für weiße Europäer in jenen Tagen schicklich war. Die Sache mit den Nationalsozialisten kam erst später. Um es zusammen zu fassen: Zuerst waren wir rassistische Imperialisten und erst danach wurden wir zu rassistischen Nationalsozialisten. Man könnte meinen Einwand wohl als Haarspalterei bezeichnen, aber als jemand, der mit der deutschen Seele so vertraut ist, werden Sie sicherlich Verständnis dafür haben, dass mir dies ein Anliegen ist. Es sollte alles seine Ordnung haben und soviel Zeit muss sein.

Da wäre noch eine winzige Kleinigkeit. „Mugabe hatte erklärt, die Kritik zeuge von der „Arroganz“ einer „Viererbande“ aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Schweden.“ Ja was denn jetzt? Die Viererbande war eine Gruppe linksradikaler Führungskräfte der Kommunistischen Partei Chinas. Es lässt sich aber nicht von der Hand weisen, dass die Nazis rechtsradikal sind und immer schon waren. Nein, das ist eine etwas unglückliche Wortwahl, finden Sie nicht? Wie wäre es mit „Verbrecherbande“ oder „Imperialistischer Vierermob“? Könnte Ihnen davon etwas zusagen? Davon einmal abgesehen, erweisen Sie uns mit dieser Zuordnung zuviel der Ehre. Wir gehören leider noch nicht zu den Nationen mit den höchsten Bildungsraten, der geringsten Kindersterblichkeit, den besten Gesundheitswesen, den geringsten Arbeitslosigkeitsraten, den wenigen noch funktionierenden Rentensystemen, den geringsten Beanstandungen durch Menschenrechtsorganisationen, den tolerantesten Gesellschaften, den großzügigsten Freiheitsrechten und manchem anderen. Aber auch daran werden wir weiter arbeiten. Versprochen!

Seien Sie an dieser Stelle meiner Bewunderung gewiss. Wer kann schon behaupten, von einer solch beeindruckenden Führungspersönlichkeit regiert zu werden wie Sie?! Minister Ndlovu erklärte uns allen ja, Präsident Mugabe sei „ohne Zweifel eine unbestrittene Ikone des afrikanischen Nationalismus, des Panafrikanismus, ein Revolutionär und Befreier Simbabwes“. Nein, das ist Angela Merkel alles nicht. Weder ist sie die Ikone des europäischen Nationalismus, noch vertritt sie die paneuropäische Welt und schon gar nicht ist sie eine Revolutionärin und Befreierin Deutschlands. Das waren ja bekanntlich die Alliierten. Noch so eine Viererbande. Kleiner Scherz! Da haben Sie wirklich großes Glück.

An dieser Stelle möchte ich mich verabschieden. Dies tue ich in Demutshaltung, von meiner Schuld nieder gedrückt. Forgive me brother, for I have sinned! Und ich zitiere einen Ihrer Landleute, den ich vor vielen Jahren traf: „My son has good, strong African teeth“.

Tach auch ...
10.12.07 21:52





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