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Und Frieden auf Erden ...

Okay, Weihnachtsfeier in der Schlachbude. 45 Weihnachtstüten, kaufen, bestücken und dann den Rest. Hauptkampftag für den Einkauf war Dienstag, jetzt nur noch alles verteilen. Aber natürlich gibt es dämliche Eltern, die erst dann auftauchen, wenn es etwas abzugreifen gibt. Also, nachkaufen und ab nach Aldi. Da stelle ich meinen gut gefüllten Einkaufswagen im Gang ab (reichlich Tüten mit Weihnachtsmischungen und Kram), als ich folgenden Satz höre: „Na ja, Kinder machen können sie ja alle.“ Bitte? Die kann doch nicht mich meinen. Doch, kann sie. Und dann guckt sie schnell weg und tut so, als wären diese Worte aus dem Nichts erklungen.

Was soll ich über diesen Tag sagen? Ich habe mit einer Bekannten 45 Weihnachtstüten auseinander gefummelt, Plastiktütchen aufgefraselt und dann alles nach bestem Wissen und Gewissen verteilt. Ich habe Einkaufsbons zusammengezählt, die Kasse nach gehalten, die restliche Organisation mit fest gelegt, die Aufgabenverteilung überprüft, 20 mal gezählt, wie viel Tüten wir denn jetzt brauchen, davon 19 mal verzählt, mir von einem Hampel am Tisch Schwachsinn anhören und diesen widerlegen müssen (es gibt Ehemänner, die braucht wirklich niemand), habe noch Klamotten rumgefahren und stehe jetzt also bei Aldi. Madamchen greift zum Alkoholkonfekt und zeigt mir den Rücken.

„Da haben Sie natürlich Recht. Kinder machen können wir alle.“ Sie dreht sich um und guckt angriffslustig. „Nichts für ungut.“ Dämliche Kuh! „Sie müssen entschuldigen, aber bei uns ist das genetisch bedingt. Wissen Sie, bevor wir überhaupt richtig laufen können, ist schon unser Poppgen entwickelt. Ist so ein Reflex wie saugen oder blasen. Lassen Sie mich mal bitte nachzählen … sieben Tüten. Na, da bin ich aber froh, dass ich endlich mal nicht tragend bin. Wir leben natürlich von der Stütze und der Alte säuft.“ Dazu ein Blick auf ihr Konfekt und die diversen Sorten Spirituosen. „Aber das kennen sie ja.“ Du kannst mich mal! Und die gierige Elternbrut, die mich zu dieser zusätzlichen Nummer nötigt, gleich mit!

Gierig ist das Stichwort. Da höre ich noch meine serbische Freundin, die laut tönt: „Wenn die Eltern den Unkostenbeitrag nicht entrichten, bekommen die Kinder nichts. Die können wir nicht mit durchziehen!“ Die neuesten Klamotten, kaum zu erkennen unter dem Makeup und den Goldklunkern und von der Angst getrieben, zu kurz zu kommen. Selbst, wenn es sich um ein paar Tüten im Wert von 2 Euro handelt. Wenn es nach ihr ginge, würden wir die Eltern kochen und backen lassen, um dann alles auf unserer eigenen Weihnachtsfeier zu verkaufen. Damit wir den Kindern schicke T-Shirts kaufen können. Ist doch klar, da zählt jeder Euro. Da kann man die arme Brut nicht mit durchschleppen.

Ich könnte kotzen! Notfalls werde ich den Ausfall selbst tragen. Ich stapele schließlich das Geld bis unter die Decke. Da muss man nicht geizig sein. Und dann werde ich mich bewaffnen. Mit Bleichmitteln jeder Art, Spiegeln und einem Lautsprecher, aus dem nur eine Zahl ertönt: ihr wahres Alter. Aber … ich bin bereit, dafür zu bezahlen, denn ich werde mich als „Selbstmordattentäter ohne Mord“ auf sie werfen. Wenn ich mit ihr fertig bin, wird sie genau so aussehen, wie sie ist: verhärmt, alt und schäbbich.

Dass ich dann vielleicht genau so aussehe, schreckt mich nicht. Schließlich muss ich mir um die Arterhaltung keine Sorgen machen. Denn so wie es aussieht, poppt der Alte mich ja pausenlos. Da wird er nicht wählerisch sein.

Tach auch …
4.12.06 15:41


Schon wieder Frieden auf Erden ...

„Das Wort des Herrn sollte gerade zur Weihnachtszeit Gehör finden!“ Ich blicke mich um … da stehen sie. Zwei Frauen mittleren Alters und gucken mich gütig an. Ich nicke bestätigend und räume weiter mein Auto aus. Nichts da! „Es kann unsere Herzen öffnen für die, die Hilfe brauchen.“ Richtig! Da ist sie auch schon die Klingeldose. Meine Fresse! Früher haben sie zumindest hungernde Arbeitslose geschickt. Jetzt kommen sie von hinten durch die Brust mit Plätzchen-Mamas. Es geht wohl eher darum, mein Herz für diverse Bankkonten zu öffnen. Aber, Ich bin nicht interessiert und reagiere nicht. Leider bringt auch das keine Rettung. „Eine kleine Spende hilft den Bedürftigen und erleichtert Sie.“ Es erleichtert mich? Tut es das? Mich oder meine Geldbörse? Ich will nicht! Geht weg oder ich werde fies! Also teile ich den Damen mit, dass ich gerade sehr beschäftigt und nicht interessiert bin. Freundlich.

„Das sollte Sie aber interessieren. Es geht um Ihr Seelenheil. Auch Sie werden eines Tages vor dem Herrn stehen.“ Schätzgen, es reicht! Mein Seelenheil, mein Herr und die „Auch Du brauchst Jesus“-Phase habe ich Jahrzehnte hinter mir gelassen. „Sie glauben wahrscheinlich, es gäbe keine Hölle, aber da irren Sie.“ Feierabend!

„Aha. Und Sie wissen das? Interessant. Hat sich der Herr Ihnen offenbart?“ Jetzt nicht mehr so freundlich, eher angepisst. „So steht es geschrieben.“ So, so. „Es steht aber auch geschrieben, dass Du nicht nach dem verlangen sollst, was Deines Nächsten ist. Das beinhaltet mein Geld.“ Jetzt ist man entsetzt. Aber nein! Man sammele für die Armen dieser Welt. Mit einem privaten, kaum leserlichen Spendeausweis, erbärmlich kopiert, einer mir völlig unbekannten Organisation. Will ich denn nicht helfen?

„Und wenn ich jetzt spende, dann wird mir verziehen?“ Nein, so einfach ist das nicht. Das dachte ich mir schon. „Es zeigt aber, dass Sie Sorge tragen für Ihre Nächsten und Gott nimmt alles wahr.“ Und wie heißt mein Nächster? Die Damen sind irritiert. Nun ja, das Geld geht doch auf ein bzw. diverse Konten. Wer ist der Kontoinhaber? Wo sind die Konten? Was passiert mit dem Geld? Wo kann man das nachlesen? Welche Projekte werden unterstützt? Wann wurde von wem kontrolliert? Wie immer an dieser Stelle kommt diffuses Gelaber. „Gott zu leben heißt seinen Nächsten zu lieben.“

Schätzgen, das ist der Teil, den ich verstanden habe. Du auch? Ich fasse mal zusammen. Gottes Wort sollte zur Weihnachtszeit gehört werden. Er hat gesagt, spende für eine dubiose Organisation, über die niemand vernünftig Auskunft geben kann, dann wird Dir die Hölle erspart bleiben. Aber nur, wenn Du die Konten eines Unbekannten ordentlich füllst. Das nennt man Nächstenliebe und deshalb ist Gott sehr erfreut. Ungefähr so?

Wie wäre es denn damit? Gottes Wort sollte immer gehört und Nächstenliebe jeden Tag gelebt werden, weil das heißt Gott zu leben. Die Ablasszettelchen hat der furzende, saufende und doch von mir hoch geschätzte Luther vor langer Zeit abgeschafft und das, was hier gelebt wird, ist Raffgier. Diese im Namen Gottes auszuleben ist bestenfalls blasphemisch. Auf jeden Fall eine schlimme, schlimme Sünde, weil es bedeutet, den Namen des Herrn zu missbrauchen. Denn: „In meinem Namen sollt ihr Gutes tun.“ Geld einzutreiben für private Konten gehört meines Wissens nicht dazu. War es nicht Jesus selbst, der die Händler aus dem Haus seines Vaters gejagt hat?

Jedes Jahr wieder zur Weihnachtszeit. Immer dasselbe Theater. Keinen Cent von meiner Seite an dieser Stelle. Verarschen kann ich mich alleine. Oder auch nach der alten Fritz' Devise: Am Arsch der Hammer hinten links.

Tach auch …
5.12.06 09:05


Díe Sache mit dem Nikolaus

„Mama, den Weihnachtsmann gibt es gar nicht!“ „Sagt wer?“ „Der Nick aus der Schule. Es gibt keinen Nikolaus.“ „Na gut, wenn es keinen Nikolaus gibt, dann gibt es auch keine Geschenke, ganz einfach.“ „Ja genau!“ Kleine Pause. „Schätzgen, wer hat dann letztes Jahr die Sachen vor die Tür gestellt?“ „Na ja, ich weiß nicht. Der Nick hat das aber gesagt.“ „Dann ist ja alles klar.“ „Wieso?“ „Weil der Nikolaus dann nicht zum Nick kommt, ganz einfach.“ „Warum denn nicht?“ „Weil der nicht an den Nikolaus glaubt. Was glaubst Du, wie der das findet? Meinst du der hört das nicht? Wie fändest du es denn, wenn jemand einfach behauptete, es gäbe dich nicht?“ „Dann wäre ich ganz schön sauer!“ „Siehst Du, der Nikolaus auch. Und wenn du jetzt auch behauptest, es gäbe ihn nicht, dann denkt sich der Nikolaus: Du kannst mich mal! Wenn es mich nicht gibt, dann gibt es auch nichts für dich von mir! Ist doch wohl logisch, oder?“ Das Kind denkt nach. „Habe ich mir so noch nie überlegt.“ Na also!

Gegen Abend stellen wir fest, dass uns die Gummistiefel abhanden gekommen sind. Weg. Großes Palaver. „Jetzt kann ich keinen Stiefel rausstellen!“ „Ja und, es gibt doch keinen Nikolaus.“ Ich ernte wildes Giften. „Zu mir bringt er sowieso nichts. So böse, wie ich war. Da brauche ich keinen Stiefel rauszustellen.“ „Ich habe ihm einen Brief geschrieben und gesagt, dass du eigentlich ein ganz netter Junge bist.“ „Stimmt nicht!“ „Stimmt doch“ „Ist nicht wahr!“ „Wohl ist es wahr“ „Und wohin hast du den Brief geschickt?“ „An den Nikolaus, wohin denn sonst?“ „Zum Nordpol?“ „Ja sicher!“ „Und was hast du auf den Brief geklebt, welche Briefmarke?“ „Ein Euro und zehn Cent.“ „So wenig?“ „Sind Weihnachtstarife. Da ist es immer so billig.“ Das Kind denkt nach.

„Hast du den Nikolaus schon einmal gesehen?“ „Nö. Den hat noch keiner wirklich gesehen.“ „Dann bleibe ich heute Nacht wach. Ich werde auch ein Nikolaus-Warnsystem aufbauen und dann werde ich das erste Kind sein, dass den Nikolaus gesehen hat.“ „Geht nicht.“ „Warum nicht?“ „Weil er dann nicht kommt. Der Nikolaus kommt erst, wenn die Kinder eingeschlafen sind. Wenn sie wach bleiben, bleibt er weg.“ „Wenn ich in der Nacht wach werde, könnte ich doch nachgucken, ob der Nikolaus schon da war.“ „Könntest Du.“ Das Kind denkt nach.

Und das Ergebnis? Wir haben meinen Stiefel rausgestellt. Der ist schön groß. Sieht zwar ähnlich aus wie ein Springerstiefel, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass der Nikolaus sich nicht daran stören wird. Etwas Leckeres wurde direkt dazu gelegt, als Wegzehrung. Nur um sicher zu gehen. Schließlich ist der Mann viel unterwegs. Und wahrscheinlich werde ich heute Nacht ohne Ende die Wohnungstüre hören. Und vielleicht kann man ja doch einen Blick auf den Nikolaus erhaschen. Was weiß man?!

„Mama?“ „Ja?“ „Wir haben doch am Samstag Weihnachtsfeier vom Tae Kwon Do. Da kommt doch auch der Nikolaus. Ist das der echte Nikolaus?“ „Das weiß ich nicht. Da musst du ihn fragen.“ „Den Nikolaus? Bist Du verrückt???! Das traue ich mich nicht!“ Ganz schön viel Schiss vor jemandem, den es gar nicht gibt, würde ich sagen.

Nun ja, der Nikolaus am Samstag heißt Heidi und Heidi kann ja jetzt nachdenken. Darüber, was sie den Kindern erzählen wird. Ich muss gleich noch dem Nikolaus zur Hand gehen und bin damit für heute mit der Nummer durch.

Tach auch …
5.12.06 22:34


Er war da!

Nein, ich habe die Tür nur einmal gehört. Eben, kurz vor halb vier. Das war, bevor das Haus von einem markerschütternden Schrei durchzogen wurde. "DER NIKOLAUS WAR HIER!"

Jetzt haben wir einen Berg zerknülltes Geschenkpapier. Der Sohn liegt im Bett und dämmert langsam vor sich hin, während er seiner neuen CD lauscht, die Wahrheiten über das Leben der Dinosaurier verkündet.

Und die Mutter sitzt am Rechner mit einer Zigarette und einer Tasse Kaffee. Hellwach. Um jetzt 4.27 Uhr. Danke.

Tach auch...
6.12.06 04:27





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