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Tage wie dieser

Das Telefon reißt mich aus meinem tiefen Schlaf. „Kommst Du gleich?“ Die Stimme einer Frau, die ich kenne … meine Mutter. Aber wer bin ich? Welcher Tag ist heute? Oh Gott, wie spät ist es? Das Kind muss zur Schule … ich habe verschlafen! Ein Blick auf die Uhr … nein, ist noch nicht zu spät. Große Erleichterung. Dann fällt es mir wieder ein. Das Kind hat bei seinen Großeltern geschlafen, weil ich gestern Abend weg war. „Du musst doch etwas früher kommen“ erzählt mir diese vorwurfsvoll klingende Stimme. Muss ich? Jetzt nimmt die Stimme jenen „ich hab’s doch gewusst“-Tonfall an, der mir wohl vertraut ist. „Heute ist in der Schule das Fahrradtraining. Du musst das Rad noch ins Auto laden.“ Richtig! Kein Problem, bin gleich da. Gott sei Dank, dass es Eltern gibt.

Hektik macht sich breit. Rein in die Klamotten und weg. Das wird knapp, ist aber noch zu schaffen mit etwas Glück. Tja, die Sache mit dem Glück. Auf einmal wird mein Weg durch ein „Durchfahrt verboten“-Zeichen versperrt. Was soll das? Wo kommt diese verdammte Baustelle her? War doch gestern noch nicht da. Und wieder suchen wir einen neuen Weg von A nach B. Und verlieren Zeit. Im Regen. Ich bin genervt, aber egal.

Kaum bei den Eltern angekommen, fällt mir auf, dass ich den Tornister habe stehen lassen. Innerlicher Zusammenbruch. Okay, der Sohn wird zu spät kommen. Verdammter Mist! Kind ins Auto und zurück nach Hause. Wieder Umweg fahren, noch eine Baustelle. Arschlecken, klappt sowieso nicht mehr. Es hört auf zu regnen. Immerhin etwas. Zu Hause angekommen, im Halteverbot geparkt, nach oben gerannt und Tornister geholt. Wieder runter zum Auto und … Politesse. Eine Neue, die kenne ich noch nicht. Da schreibt das Miststück mir doch ein Ticket, während der Sohn ihr die Lage erklärt. Mein Blutdruck nimmt Schwindel erregende Höhen an. Ich werde sie töten!!! Sie grinst mich herausfordernd an und gibt mir das Zettelchen. Ich nehme das Ding ohne sie anzugucken und werfe es in den Rinnstein. Du mich auch! Abhaken und zur Schule.

Plötzlich ruft der Sohn: „Ich habe Robins Krokodil bei der Oma liegengelassen!“ Meine Schultern fallen nach vorne und der Kopf nimmt die entsprechende Haltung ein. Dieses uniformierte Miststück klopft an die Scheibe und fordert mich auf endlich loszufahren. Die linke Hand will die Tür öffnen, die rechte will sich zur Faust ballen und zuschlagen, der Sohn wiederholt stereotyp das Wort „Krokodil“ und der Verstand versucht verzweifelt die Oberhand zu bekommen. Tief Durchatmen, die klopfende Alte ignorieren und denken. Da hilft nichts, wir müssen zurück zu den Eltern und dieses verfickte Gummitier holen. Ist nur geliehen. Mittlerweile sind die Scheiben beschlagen. Während der Ventilator tobt, kurbele ich das Fenster etwas runter und höre, wie Madamchen draußen einen Koller bekommt. „Ich schreibe Sie jetzt auf!“ Kurzer Blick nach links, während ich mit der Bemerkung „Ich bezweifele, dass Sie diese Fertigkeit beherrschen“ den Motor anlasse und losfahre. Und dann der alte Spruch: „Am Arsch der Hammer hinten links.“

Also wieder zurück. Das Kind spurtet rauf, holt das hässliche Krokodil. Jetzt aber endlich ab zur Schule. Das Fahrrad ausladen, zu den Ständern bringen und dann mit dem neuen Fahrradschloss sichern. Kein Problem. Im Prinzip. Radio Eriwan. Schade nur, wenn man den Schlüssel dreht und dann samt Zylinder wieder rauszieht, während im Schloss ein Loch klafft und einen schäbig grinsend ansieht. Das ist doch jetzt ein Witz, oder? Es fängt an zu regnen. Das findet doch jetzt nicht wirklich statt?!

Das Kind geht also in die Klasse, die Mutter packt das Fahrrad wieder ein und fährt zum Fahrradladen. Ein neues Schloss muss her. Der Laden ist noch geschlossen. Klar, zu früh. Also den Vater anrufen und fragen, ob er noch ein anderes Schloss auf Lager habe. Hat er nicht. Okay, dann zu den Eltern fahren und eine Tasse Kaffee trinken, bis der Laden aufmacht. Dann kann ich auch gleich noch mit dem Vater darüber sprechen, dass das eine oder andere am Auto nicht funktioniert. Im Prinzip. Wenn er denn da wäre, der Vater. Ist er aber nicht, weil er unterwegs ist, um ein neues Schloss zu besorgen, damit das Kind am Fahrradtraining teilnehmen kann. So dieses denn nicht sofort anfängt und ich nicht zu spät komme, was ich nicht weiß. Wieso ist er unterwegs? Alle Läden, die solche Schlösser verkaufen, sind noch geschlossen. Nein, erklärt mir meine Mutter, der Vater wisse schon, was er mache. Es gäbe da und da Schlösser und der Laden habe jetzt geöffnet. Na ja, stimmt zwar nicht, aber was soll ich widersprechen? Es wird sich alles finden. Ich trinke einen Kaffee und warte. Ob das Training wohl schon angefangen hat? Ich warte. Wenn ich jetzt losführe, könnte ich selbst ein Schloss besorgen, da es mittlerweile 9.00 Uhr ist. Der Laden ist jetzt geöffnet. Aber nein, der Vater wäre vor den Kopf gestoßen. Also warte ich. Als er zurückkommt, ist er entrüstet. „Der Laden hatte noch nicht auf!“ Ah ja.

Egal, zurück zur Schule. Fahrrad wieder ausladen, abschließen (wunderbares Schloss übrigens) und rauf in die Klasse. Ich komme rein, sehe den Sohn, wedele mit dem Schlüssel und höre die Verwunderung der Lehrerin, als sie meine Anwesenheit bemerkt. Ich wolle nur den Schlüssel abgeben? Die Mühe hätte ich mir schenken können, da das Fahrradtraining ausfiele. Es habe ja so geregnet.

Ich sage nichts dazu.

Tach auch …
24.10.06 23:14


Umstellerei

Wir haben ja heute Nacht auf Winterzeit umgestellt, d.h. wir sind jetzt eine Stunde zurück. Stimmt das? Mal überlegen ... im Sommer schalten wir nachts um zwei Uhr weiter ... weiter? ... ja, ich glaube weiter auf drei Uhr. Das hieße dann, dass es, wenn morgens der Wecker um sechs Uhr klingelt, eigentlich erst fünf Uhr wäre, weil, hätte der Wecker ... sagen wir ... vier Stunden vorher geklingelt, also um ein Uhr, dann wäre es ja noch ein Uhr gewesen. Jetzt aber, um sechs Uhr, hat ja schon die Umschalterei stattgefunden. Und wenn man den Wecker um zwei Uhr auf drei Uhr weiterdreht, dann ist ja auch sechs Uhr nichts weiter als ein vorgedrehtes fünf Uhr. Stimmt doch, oder? Und da es eigentlich fünf Uhr wäre, wird einem dann eine Stunde geklaut, denn die Stunde zwischen zwei und drei Uhr entspricht ja der Stunde zwischen fünf und sechs Uhr ... und die ist weg. Ins Exil geschickt sozusagen. Oder auf Eis gelegt. Irgend sowas in der Art. Tja und heute nacht wurden die Uhren um drei Uhr zurück gestellt auf zwei Uhr, d.h. die versteckte Stunde war auf einmal wieder da, denn wenn ich jetzt auf die Uhr gucke ... 07.45 Uhr ... ist es ja eigentlich schon 08.45 Uhr. Ist doch so?

Jetzt könnte man ja sagen, dass ich heute eine Stunde länger schlafen könnte, kann ich aber nicht. Weil die innere Uhr des Kindes 08.45 Uhr anzeigt und da hat er normalerweise gerade die erste Schulstunde hinter sich. Da kann ich ihm das hundertmal mit der Winterzeit erklären, wenn wir die Uhren um drei Uhr nachts zurückstellen auf zwei Uhr nachts und bei der Sommerzeit analog die Uhr um zwei Uhr nachts vorstellen auf drei Uhr nachts, damit ... warum eigentlich? ... hab ich vergessen. Aber es wird bestimmt einen guten Grund dafür geben. Bestimmt.

Tach auch ...
29.10.06 07:55





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