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Der Mann an und für sich?

“MAMAAAAAA!” Was ist denn jetzt schon wieder?! „Ich sehe aus wie ein Mädchen!“ Dieser Satz wird mir mit tränenerstickter Stimme entgegen geschleudert. Ich gucke mir den Sohn näher an. Die Haare sind ein ganzes Stück abgeschnitten worden, er trägt eine Skaterbux, dunkelblaue Geox – ganz wichtig – und auf seinem schwarzen T-Shirt erkennt man einen Furcht erregenden Schriftzug mit geheimnisvollen Symbolen. Ja, ich gebe es zu. Die Mutter hat hier und da einen Drang zur Gothikmode oder Bykermode. Aber nur hier und da. Wie dem auch sei … der Sohn sieht aus wie ein Sohn. „Quatsch! Wie kommst Du darauf?“ Sein Blick ist fast verzweifelt. „Das haben die Mädchen gesagt!“ Die Mädchen? Da geht sofort das Alarmlämpchen an. „Die Mädchen da unten? Was haben sie genau gesagt?“ Schluchzend versucht er sich zu sortieren. „Sie haben gesagt, ich sehe aus wie ein Mädchen und deshalb darf ich mitspielen.“ (Bis zum Konjunktiv sind wir noch nicht gekommen.) Jetzt ist mir alles klar. Diese kleinen Mistfiecher sind genau wie ich früher. Zwei Mädchen, ein Gummitwist … es fehlt die dritte Person. Ansonsten muss man das Gummi am Geländer festmachen. Sie hätten ihm lieber etwas von ihren Süßigkeiten versprechen sollen. Geizig auch noch! Ich beruhige den Sohn und erkläre ihm die Situation. Etwas besänftigt, aber keineswegs beruhigt, zieht er von dannen.

„MAMAAAA!“ Nicht schon wieder!!!!! „GUCK MAL!“ Ich ergebe mich in mein Schicksal und glaube mich trifft der Schlag. Der Sohn hat sich die Haare mit Schlammwasser ganz fest an den Kopf gepappt. Über seinem Mund ist ein leicht triefender Schlammschnurbart sichtbar und zischen den Beinen hat er einen dicken Ast geklemmt. Damit fährt er durch die Gegend. Ich presse ein ungläubiges „Was machst Du da?“ heraus. „Ich fahre Rennen. Das ist mein Ferrari.“ Aha. „So wie der von Schuhmacher.“ Soso. „Ich sehe jetzt aus wie ein Mann und ein dickes Auto fahre ich auch. Jetzt kann mich niemand mehr für ein Mädchen halten. Gut, oder?“ Nee, is super! „Und wie kommst Du darauf?“ Ein triumphierendes Lächeln erhellt sein Gesicht. „Ich weiß das von den großen Mädchen. Denen habe ich zugehört.“ Stirnrunzeln. „Zugehört?“ Das Lächeln wird entschuldigend. „Na gut … gelauscht. Sie haben gesagt, dass Männer große Autos fahren um aufzufallen. Damit alle sie toll finden. Und sie kompostieren damit ihr kleines Spielzeug. Das kann ich doch auch, oder?“ Spricht’s und verschwindet, um eine weitere Runde zu drehen.

Irgendwie haut das nicht hin. Das mit der Erziehung.

Tach auch …
2.8.06 14:26


Dinge, die mich sprachlos machen

Was ich gerade als Spruchband bei n-tv und N24 gelesen habe, kann ich kaum glauben.

Heute morgen lernte ich, dass die beiden Bombenkoffer aus Dortmund und Koblenz nicht hochgegangen seien, weil sie fehlerhaft gemacht waren. Es blieben die Möglichkeiten, dass es sich um einen Verrückten handele oder jemanden, der die Bahn erpressen wolle oder einen terroristischen Anschlag. Von wem? Vom völlig untalentierten oder vielleicht schlecht ausgebildeten Kämpfer für das Wort Allahs? Vielleicht einem mit Sehfehler oder Störung der Feinmotorik? Zwei Fehlschläge bei zwei Bomben? Na ja, habe da so meine Zweifel ... aber, was weiß man.

Jetzt geht über den Ticker, dass es sich unter Umständen doch um diesen terroristischen Hintergrund handeln soll. Angeblich wird diese These in einem Artikel der Süddeutschen vertreten. Die Begründung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Bomben hätten sich in Plastiktüten mit arabischer Schrift befunden und nach ersten Erkenntnissen seien diese Tüten aus der libanesischen Hauptstadt.

Sollte Mashoud nach seinem letzten Besuch im Trainingscamp seine schmutzigen Unterhosen darin transportiert und sich gedacht haben: "Prima. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Bloß nichts Sperriges reinstecken, damit die Tüte nicht kaputt geht. Hinterher erkennt keiner mein geheimes Zeichen. Wäre ja blöd."

Ich hätte da noch ein paar Tüten aus Nordirland anzubieten. Dann könnte man endlich die mausetote IRA wieder ins Spiel bringen. Oder vielleicht mal die andere Seite. Wenn ich gründlich suche, finde ich vielleicht noch eine Tüte dieser Katholikenhasser-Partei (No difference between the Pope and Hitler) von Ian Arschloch Paisley. Wäre doch spannend. Oder eine aus Kroatien. Und zack ... die Rückkehr der Yugomafia. Freiheitskampf mal anders.

Ich habe keine Ahnung, wer die Dinger zur Bahn geschleppt hat. Vielleicht sind ist es ja sogar die Stümperabteilung der terroristischen Kampfbewegung. Was mich in diesem Zusammenhang mal wieder erschreckt, ist die Logik, die man uns zumutet. Noch nicht einmal Stammtischniveau. Wie kann man da noch von "Qualität" der Berichterstattung reden? Das mal vorausgesetzt, dass diese Meldung wirklich stimmt, was ich mir immer noch nicht vorstellen kann.

Dazu die Erkenntnis, dass es in diesem Fall keinen Grund mehr gäbe, einen Unterschied zwischen der Süddeutschen und der Bildzeitung zu machen.

Erschreckend.

Tach auch ...
3.8.06 20:59


Bäh

Okay, es ist gleich 9.00h und ich kann schon einmal ein vorläufiges Fazit ziehen.

1. Ich habe einen Brief der Schule nicht bekommen, weshalb der Sohn nicht für die Schulverpflegung eingetragen ist. Das spielt natürlich nur dann eine Rolle, wenn die Ganztagsschule richtig anfängt, was ja bekanntlich in der ersten Woche nie der Fall ist.

2. Ich habe einen anderen Brief krumm gelesen, weshalb mir entgangen ist, dass heute der Ganztagsschulbetrieb losgeht. Ohne Mittagessen, weil nicht eingetragen? Wird der Sohn dem Hungertod erliegen? Nein, wird er nicht. Der Vorteil meiner Dummheit ist, dass der Sohn ein Butterbrot im Tornister hat. Zumindest das. Der Nachteil ist, dass das Kind keine Sportsachen hat, weshalb die Mutter wieder nach Hause hechtet, um gleich wieder zur Schule zu fahren.

3. Der Sohn nimmt an einer kleinen Aufführung für die Neuzugänge teil. Sein Part ist denkbar klein ... zwei Sätze. Aber egal, der Sohn ist stolz und hat der Mutter das Versprechen abgenommen, dem wichtigen Ereignis beizuwohnen. Morgen früh also, wenn die I-Dötzchen kommen. Am zweiten Schultag, wie immer. Das Problem ist nur, dass die Unterhaltung mit einer anderen Mutter folgendermaßen lief: "Kommst Du auch gleich, so um 10.00h?" Ich bin erstaunt. Warum soll ich kommen? "Da findet doch die kleine Feier statt, an der Dein Sohn teilnimmt." Wieso heute? Ist doch immer am zweiten Schultag. Im ganzen verdammten linken Teil Duisburgs findet das am 2. Tag statt. Nun, nicht im ganzen verdammten linken Teil. Es gibt da einen kleinen Ort ... . Nee, is klar. Alle Pläne gekippt, weil Aufführung.

4. Da es die ganze Zeit warm war, hat der Sohn keine langen Hosen angehabt. Heute morgen zeigte sich, wie dumm das war. Fünf Hosen angezogen, alle zu kurz. Die geschlossenen Schuhe angezogen ... zu klein. Die Hausschuhe für die Schule anprobiert (gestern Abend schon), vorher etwas zu groß, jetzt zu klein. Ist mir total entgangen. Geile Kiste. Gelddruckmaschine anwerfen und los. Na ja, nackig ist das Kind nicht gegangen.

Ich liebe diesen Tag ...

Tach auch...
9.8.06 09:09


Danke!

Folgende Unterhaltung habe ich eben sehr genossen, als ich von Madame Butterfly vor einer Schule angepupst worden bin.

Höhrnse ma, Sie wissen doch, dat Sie da nich stehn düarfen. Oda?! - Ach! - Wat ach? - Is dat so? - Ja sicher is dat so. - Wenn Sie dat sagn. - Ja wie, wenn ich dat sach?! Dat is so. - Seh' ich andas. - Dat is mir egal, wie Sie dat sehn. Dat is so. - Ja denn ... . - Wat heißt hier "ja denn"? Wollen Sie hier etwas stehn bleiben. - Jo. - Ja wie "jo"? Sie spinnen wohl. Dat geht doch nich. - Ja sicha geht dat. Sehn se doch, wie dat geht. - Wissen Sie wat? Dat is eine bodenlose Frechheit, wat Sie hiar machen. Ährlich. Unverschämt. - Solche Leute muss et auch geben. - Wat für Leute? - Unverschämte, so wie mich. - Jetz reicht et mir. Wenn Sie nich sofort hier wegfahren, dann hol ich die Polizei. Sie versperren hier alles. Wissen Sie dat?! Un so geht dat nich. Ich sach et Ihnen, dat wird Sie teuer zu stehn kommen, Ihre Frechheit! - Is in Ordnung. Holen se ma. Aba gucken se sich vorher dat Schild ma genau an. Guta Rat von mir. Okay? - Ihren Rat können se sich wohin stecken! - Ich selbst oder wollen Sie dat lieber tun?

Und dann kam der Ausruf, an dem man lange gearbeitet hatte: "Impertinente Person!"

Herrlich! Ging mir gleich viel besser. Manchmal braucht man das. Schön wenn das oben auch so gesehen und Abhilfe geschaffen wird. Danke!

P.S. Ich durfte dort parken. Die Dame war nur so aufgebracht, weil sie den Parkplatz übersehen hatte und nun mit ihren Highheels durch Horden von Schulkindern und deren Anhang stiefeln musste. Kleinen, aufgeregten Menschen mit riesigen Schultüten und zappelnden Großeltern, die sich zusammen gerottet hatten, um eben jener Dame in jeder nur erdenklichen Weise das Weiterkommen zu erschweren.

Tach auch ...
10.8.06 10:04


Unterhaltung nach der Schule

Ey, Bennet!

Ja?

Wie fand'se den Gig heute morgen? War geil, oder?

Voll krass!

Fand ich auch. Der Typ war echt hyper.

Ja, total cool.

Hasse Lust Mädchen zu jagen?

Lust schon, aber ich kann nich. Ich muss nach Hause mit meiner Mama.

Is dat Deine Mama?

Ja klar.

Kannse heute nachmittach abhängen? Wir könnten kämpfen.

Nee, geht nich. Muss Hausaufgaben machen. Die von gestern.

Wasse böse gestern?

Ja, war ich.

So'n Mist. Meine is auch nich anders.

(Merkwürdiges Verrenken und Verhaken der Finger samt Händen zum Abschied.)

Tschüß, bis morgen.

Tschüß Alter.


Tach auch ...
17.8.06 22:40


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