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Die Sache mit dem Halbfinale

Ist ja lange nichts passiert an dieser Stelle. Dafür gab es viele, viele Gründe. So viele Gründe, dass es einem den Atem verschlagen könnte. Mindestens! Aber egal, es geht weiter.

Tja, die Sache mit dem Halbfinale. Traurige Angelegenheit. Wie es die Tradition verlangt, gab es einen Weiber-Fußballabend. Geile Sache. Wenn man flexibel ist. Da reicht es nicht, nur die Abseitsregel und die allgemeingültige Beschimpfungsdiktion zu beherrschen, meine Herren. Bei weitem nicht! Da muss man schon zusätzlich eine Meinung haben und diese auch begründen können. Warum der deutsche Totti zum Beispiel so schön ist, der kleine Odonkor so niedlich ist und der Iran die schönsten Spieler hatte. Vielleicht nur Scheiße im Hirn, aber Köpfe und Körper, die teilweise schon verboten gehörten! Und genau diese Köpfe und Körper werden einer kritischen Prüfung unterzogen. En Detail.

Das soll sexistisch sein? Ein Scherz. Das ist der freie Austausch von Meinungen und sonst nichts! Dies alles passiert allerdings so nebenher. Dass wir uns hier richtig verstehen. Wir gucken Fußball! Da werden die Tiefen des Raumes, das Spiel über die Flügel, die Genauigkeit der Pässe, die Berechtigung der Karten, die Leistung des Torwarts und der Deckung, die Effizienz des Angriffs, das Spielen des Balles, der Aufbau des Spiels und was es noch so gibt, ebenso unter die Lupe genommen, wie die Ärsche, Oberkörper und Tattoos der Protagonisten. Das muss man schon leisten, wenn man an so einem Weiber-Fußballabend teilnehmen will. Ein bisschen „Der Ball ist rund“ und „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ sind in diesem Zusammenhang deutlich zu wenig.

Man braucht Sachverstand, eine Einstellung zu Männern, eine gewisse derbe Sprache, eine ausgeprägte Begeisterungsfähigkeit, die Fähigkeit Lautstärke zu erzeugen bzw. zu ertragen, den Wunsch sich mitzuteilen und in der Regel auch den Konsum von Alkohol, um ein solches Zusammentreffen zufrieden stellend zu gestalten. Und hier ist weniger nicht mehr! Und weil das so ist, hat es sich etabliert, dass ich diese Fußballabende mit Gizma verbringe. Da braucht man sich um nichts Sorgen zu machen, da stimmt alles.

Das war auch so am Abend des Halbfinales. Nach dem Spiel war aber nicht vor dem Spiel, sondern der Blick in den unendlichen Schlund der Enttäuschung und Trauer. Genau so war das. Scheiße war das. Um noch einen drauf zu setzen, befanden wir uns nachbarschaftstechnisch auch in der italienischen Hochburg unseres Ortes. Prima! Da konnten wir uns dann anhören, wie sie durch die Straßen liefen, „Ohne Euch, da fahrn wir nach Berlin“ skandierend. Geile Sache! Das Spiel war auch nicht nach 90 Minuten zu Ende. Kein Stück. Dieses Spiel war eigentlich nach 119 Minuten zu Ende und damit genau 29 Minuten zu spät! Und vorher? Vorher haben die Italiener zusammen mit der FIFA eine ganz armselige Nummer hingelegt. Gott, wie arm!

Aber was soll’s? Die Italiener haben verdient gewonnen und Ende der Veranstaltung. Wir haben nicht verloren, weil Totti fehlte, sondern weil wir mit unserer unerfahrenen Mannschaft einen blöden Fehler gemacht haben und gedanklich nicht bei der Sache waren. Das auch noch! Da konnte man noch nicht einmal auf die bösen Italiener zeigen und sich damit beruhigen, dass sie mit ihrer miesen Nummer durchgekommen waren. Noch nicht einmal das, wo man ihnen doch nicht die Butter auf dem Brot gegönnt hat. Und es noch nicht tut. Unfairness gehört bestraft und nicht belohnt.

Es bleibt uns die Gewissheit, dass unsere Mannschaft eine prima Vorstellung hingelegt hat, die ihr niemand zugetraut hat. Seien wir doch einmal ehrlich! Außerdem die Erfahrung, dass wir Deutschland in einer Art und Weise erlebt haben, die mir zumindest fremd war bis dahin.

Die Flasche Rosé von Frau Gizma leerte sich schnell, weshalb die geknickte Blume zu Bier mit Cola übergehen musste. Ich entschloß mich zu einer weiteren Flasche Bier und dann saßen wir da … traurig und still und enttäuscht und traurig und sauer. Frau Gizma hatte dann die gute Idee, die Musik laut anzumachen und damit die externen Freudengesänge zu übertönen. Gute Frau!

So nahm der Abend dann doch noch ein versöhnlicheres Ende. Dabei hatte nichts geholfen. Kein Enthusiasmus, kein Versprechen dem sexlosen Leben für längere Zeit zu frönen … noch nicht einmal der freiwillige Verzicht auf Schimpfworte. Nichts. Wir nahmen uns also in die Arme, um uns zu trösten, tranken, was immer wir vor uns hatten und lauschten diesen freundlichen und warmen Worten, die Frau Gizma in weiser Voraussicht schon am Nachmittag heruntergeladen hatte:

You never walk alone …

Und jetzt? Und jetzt hoffen wir, dass die Jungs noch einmal ein schönes Spiel zum Abschied hinbekommen. Wir werden es genießen, wenn sie am Sonntag auf der Fanmeile Stimmung machen werden und - ja - dann werden wir uns auch noch das Finale ansehen, in dem wir doch hätten stehen sollen. So ist das halt im Sport. Aber wir werden uns genaus so flexibel zeigen, wie die Sportfreunde Stiller und nach vorne blicken. Und wir werden sagen können: "Das war eine tolle WM." Und weil wir offensichtlich etwas von anderen Ländern gelernt haben, tun wir das, was sich in Momenten wie diesen als äußerst nützlich erwiesen hat ... erst weinen wir und dann feiern wir uns!

Und natürlich sind wir Sportsleute. Möge der Bessere gewinnen. In diesem Sinne:

Vive la France !!!

Tach auch …
7.7.06 21:41


Die Bahn

Dieser Vorfall ist schon etwas länger her. Es muss an einem Samstag gewesen sein. Ein Tag der Vorrundenspiele. Der Tag, an dem es in Gelsenkirchen(?) die Nazidemo gab. Ich sollte also die Tante vom Bahnhof abholen. Woher sie kommen sollte, war mir völlig unklar. Egal, Ankunft 15.32h. Weiß ich heute auch nicht mehr so genau, spielt aber auch keine Rolle, da es nur einen Zug gab, der genau zu diesem Zeitpunkt ankommen sollte. Sagen wir also 15.32h.

Ich habe mehrere Dinge zu erledigen an diesem heißen Tag und rase durch die Gegend. Dann von Rumeln auf die Autobahn Richtung Duisburg, als mich ein Anruf der Tante erreicht. Die Nachricht ist einfach zu verstehen … sie werden sich verspäten, so um 15 bis 20 Minuten, weil die Gelsenkirchener Innenstadt gesperrt ist und der Zug anders fahren muss. Irgend so etwas. Okay, kommt mir gerade Recht, da ich schon mit Bleifuß fahre, um es noch schaffen zu können. Kein Problem. Kann also völlig entspannt am Osteingang (ich glaube so heißt er) parken und mich orientieren. Aha … ein Bildschirm. Wunderbar. Ein kurzer Blick bringt die Erkenntnis, dass man mir nur die Abfahrtszeiten mitteilt. Na gut, es gibt ja noch diese Pläne, die überall herum hängen. Und? Abfahrtspläne. Okay, dann gehe ich einfach weiter, während die Hitze mich bald umbringt und suche mir meine Information. Wo kommt also die Tante an?

Während ich so laufe, kommen mir hunderttausende Fans entgegen. Schweden glaube ich. Noch mehr Bildschirme, noch mehr Pläne an den Wänden. Abfahrtszeiten gefällig? Die Hitze! Kaufe noch schnell eine Flasche Wasser zum Preis eines durchschnittlichen Monatseinkommens in südlichen Ländern und lasse mich nicht entmutigen. Dann … da … richtig … Ankunftsplan. Der einzige Zug, der an der angegebenen Zeit einlaufen sollte, kommt aus Borkum. So weit, so gut. Und dann fängt das Gehirn an zu rattern. Wenn der Zug also verspätet ankommt, wo wird er einlaufen? Kann ja auch auf einem völlig anderen Gleis sein. Was weiß man?! Ist aber auch kein Problem, da auf der anderen Seite des Bahnhofs ein Mensch mit Uniform steht, der ganz offensichtlich Fragen beantwortet. Prima.
Also nichts wie hin. „Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir freundlicherweise sagen, auf welchem Gleis der Zug aus Borkum einlaufen wird, der um 15.32h ankommen sollte?“ Es trifft mich ein unfreundlicher Blick. „Weiß ich nicht.“ Bitte? Falscher Film? Spinnt der? „Wissen Sie nicht?“ Der Blick ist nicht freundlicher. „Nein, weiß ich nicht. Der Zug wurde durch eine Nazidemonstration beeinträchtigt.“ Ja und?! Weiß ich selbst, Du Hampel. Wieso bist Du so unfreundlich? Ich gucke mir also den Vertreter genauer an und stelle fest, dass er schwarz ist. Sollte das der Grund sein? Kann doch wohl nicht! „Das weiß ich. Hilft mir aber auch nicht weiter.“ Er guckt mich genauer an. „Ist eben so, wenn bestimmte Leute sich Gehör verschaffen.“ Jetzt reicht es mir. „Na, da sind wir aber bestimmt froh, dass wir keinen kleinen Arierknubbel haben. – Der Knallkopp kann mit der Bemerkung nichts anfangen. Gizma schon. Schönen Gruß. – Ich dachte aber, wir, die Arierknubbelfraktion hätte die Sippenhaft nach Adolf abgeschafft. War wohl ein Irrtum. Schönen Tag noch.“ Arschloch!

Vor meinen Augen erscheint die Information nebst Ticketverkauf. Also rein und sich angestellt. Der Zug verspätet sich noch mehr, habe also Zeit genug, den Verbleib der Tante zu erkunden. Es gibt auch einen Ticketautomaten da drin. Dann erscheint eine junge, gut gewachsene Studentin und fordert uns auf, Fragen zu stellen, damit wir alle schneller fertig werden. Gut! Sie guckt mich an, ich stelle meine Frage und erfahre, dass sie nicht zuständig sei. Sie beantworte nur Fragen zum Ticketautomaten. Ich müsse mich leider weiter anstellen. Dann könne man mir aber helfen. Pech gehabt. Weiter anstehen. Die nächste Frage muss sie ebenfalls abschlägig beantworten, da sie nur für Ticketautomaten zuständig sei, an den man mit Karte bezahlen könne. Ticketautomaten mit Barzahlung könne sie nicht. Die Arme! Die Szene nimmt absurde Formen an und die junge Dame kommt sich sichtlich bescheuert vor. Nicht ihr Fehler. Dann endlich komme ich dran, mittlerweile schweißnass und habe meinen großen Auftritt. Frage gestellt. Und wo ist die Tante? Ohne ins System zu gucken oder sich auch nur zu rühren, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. „Dafür sind wir hier nicht zuständig. Wir verkaufen Tickets. Da müssen sie zum Service Point gehen, der direkt da vorne ist.“ Ich habe fast 20 Minuten gewartet. Ich habe einen dicken Hals. Ich will meine Tante finden. Soviel Arroganz verschlägt mir die Sprache. Kurz. „Draußen an der Tür steht „Information und Ticketverkauf“.“ Ich blicke ihn fragend an während ich fassungslos gucke. „Kann sein. Wir verkaufen aber Fahrscheine.“ Der Blutdruck steigt. „Nein, das kann nicht sein. Das ist so.“ Ich weiß, dass ich gifte. „Wie dem auch sei. Informationen gibt’s da draußen.“ Ich muss gehen! Sofort! Sonst tue ich Dinge, die mir Leid tun werden danach.

Ich gehe also zum Service Point, wo zwei Mitarbeiter beschäftigt sind. Eine Dame ist mit einem offensichtlich unzufriedenen Kunden beschäftigt und der andere Mensch gibt Daten ins System ein. Die Kollegen sitzen erhöht und können so prima auf die Kunden runtergucken. Da fällt mir sofort die Passkontrolle am Flughafen von Kuala Lumpur ein und das ist nicht wirklich hilfreich. Die Tatsache, dass ich da stehe und warte, veranlasst den Herrn auf der anderen Seite weder sich zu entschuldigen und um etwas Geduld zu bitten noch seine Aktivität zu unterbrechen. Einige Minuten geht das so. Ich unterbreche nicht, da ich weiß, dass ich Ärger machen werde. Wollen doch mal sehen, wie der Herr sich Service am Kunden so vorstellt.

Nach einigen Minuten blickt er mich an. „Ja?“ Aha, so also. Du wirst bluten! „Ja, was?“ Sein Blick ist gleichermaßen unwirsch und erstaunt. „Was wollen Sie?!“ Das gibt es doch wohl gar nicht. Oder?! „Ach wissen Sie, ich will viele Dinge. Im Moment hätte es mir allerdings genügt, ich hätte einen freundlichen Mitarbeiter des Service vorgefunden, der sich angemessen benommen, eine gewisse Kinderstube genossen und mich so angesprochen hätte, wie ich es erwarten kann.“ Jetzt macht sich Fassungslosigkeit auf dem Gesicht des Herrn breit während er so auf mich herunterblickt. Man darf nicht vergessen, dass sowieso schon jeder auf mich runterguckt, auch ohne Podest. Das liegt an meiner nicht vorhandenen Körpergröße. Die Situation hat was. John Cleese … warum bist Du nicht da?! „So muss ich nicht mit mir reden lassen!“ Jetzt muss ich grinsen. Er tut mir den Gefallen „Doch müssen Sie. Ihr Job, sorry. Aber egal. Ich habe eigentlich nur eine Frage.“ Ich stelle also die mittlerweile preisgekrönte Frage. Wo ist die Tante aus Borkum? „Weiß ich doch nicht!“ Jetzt stehe ich kurz davor hysterisch zu lachen. „Der Zug hat Verspätung und läuft so ein, wie er ankommt. Woher soll ich wissen wo das sein wird?“ Genau an diesem Punkt gibt es in meinem Kopf das mir bekannte „Bling“.

Der Rest lässt sich abkürzen. Zwei freundliche Menschen der Bahnzentrale konnten dann die gewünschte Information in Erfahrung bringen und zwei Mitarbeiter der Bahn durften zur Kenntnis nehmen, dass der Kunde nicht das Arschloch der Bahn ist. Überraschenderweise!

Die Tante wurde gefunden und dieser unangenehme Ausflug in die Welt der Bahn AG fand sein Ende. Und sollte ich je vergessen, warum ich die Bahn nicht mag, brauche ich mir nur diesen Eintrag durchzulesen. Dann fällt es mir bestimmt wieder ein.

Tach auch …
8.7.06 20:13


Tschüß Welt

Herzlichen Glückwunsch Italien!

Muss einem nicht gefallen, ist aber so. Wenn man nur den letzten Abend betrachtet, geht das auch in Ordnung. Der Rest ist Geschichte und wird nur Leuten mit einem Elefantengedächtnis in Erinnerung bleiben. So alten Frauen wir mir zum Beispiel.

Dabei hatte das schon komische Züge. 1982 saß ich in unserer Stammkneipe in Irland und habe das Endspiel in Spanien gesehen. Die Endspielgegner hießen Deutschland und Italien. Da saß ich also, trank mein Smithwicks und feuerte die Italiener an, was das Zeug hielt. Es war das Jahr des Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich. Eine verdammte Schande, die mit der Disqualifikation beider Länder hätte enden müssen. Aber wer hätte es gewagt das große Deutschland auszuschließen? Eben! Ich empfand unsere Endspielteilnahme als schlechten Witz und bei einem Sieg wäre ich wahrscheinlich an meinem eigenen Gift erstickt. Na ja, kam ja anders.

Nein, das Verhalten Italiens bei dieser WM ist nicht vergleichbar mit dem Dreck, den wir uns damals geleistet hatten. Noch nicht im Ansatz. Beides fällt jedoch in die Kategorie "unfair" und hat damit einen schlechten Beigeschmack. Egal, eine Unterstützung für Bella Italia mutete damals wohl genauso komisch an wie mein gestriger Einsatz für La Grande Nation. Ausgerechnet.

Das Spiel gestern hatte eigentlich alles. Nur keine große Klasse, aber was zählt das? Es war ein spannender Abend, ein Krimi vom Feinsten und das ist mir jederzeit lieber. Die Jungs haben gearbeitet, hüben wie drüben und alles gegeben. Du wusstest nie, wie sich das Spiel in der nächsten Viertelstunde entwickeln würde. Wir alle bekamen eine Lektion von "Jetzt erst recht!" und das ist der Teil, der mir wirklich Spaß gemacht hat. Die spielenden Kollegen aus Italien, denen ich nicht unterstelle, dass sie hinter den schmierigen Machenschaften ihrer Führungsclique stehen, haben das bestmögliche Ergebnis für sich und ihr Land erzielt. Da zitiere ich gerne Gizma: Chapeau Italia!

Und Frankreich? Mein volles Mitgefühl. Das habt Ihr nicht verdient! Nein, ich meine nicht den Sieg Italiens. Wieder einmal habt Ihr unter Beweis gestellt, dass ihr niemanden sonst braucht, um zu Fall zu kommen. Euer Spiel stand und fiel mit dem großen Zidane und dann das ... . Bitter, bitter! Ich werde nicht fragen, was er sich dabei gedacht hat, weil die Antwort nur lauten kann: Nichts. Und wenn man noch, bei viel Wohlwollen, zumindest theoretisch nachvollziehen kann, dass man einen Filmriss haben kann, die kommen ja bekanntlich nie in günstigen Momenten, so ist doch spätestens da Feierabend, wo man Scheiße baut und sich dann verpisst. Da hält man gefälligst die Fresse in den Wind, stellt sich den anderen und läßt vor allen Dingen nicht die Mannschaft, deren Kapitän man doch sein wollte, dumm in der Gegend stehen und alleine zur Ehrung marschieren. Wie arm ist das denn?! Ich werde auch nicht darüber lamentieren, wie bitter es ist, wenn Leute sich selbst demontieren. Ich lege lieber eine Gedenkminute für die Thierry Henrys dieser Welt ein, die doch nichts dafür können. Die traurigen Bilder, die wir seitdem aus Frankreich gesehen haben, zeigen uns, dass es derer viele gibt. Tut mir Leid, Jungs und Mädels!

Eine Konstante gab es aber bei dem ganzen Durcheinander. Die konstant schlechte Leistung vom unsäglichsten Kommentator seit Herribert Fassbender, Herrn Beckmann. Warum stoppt den keiner? Abgesehen davon, dass ich mich regelmäßig frage, welches Spiel der Mensch am Mikrophon denn so sieht während der Übertragungen, ist mir wohl noch nie so ein illoyales Arschloch untergekommen. Gestern wäre ich froh gewesen, sie hätten Herribert vors Mikro gezerrt. Im Spiel gegen Argentinien mussten wir uns stundenlang ein Lobeslied über die Argentinier anhören. Diese spielerischen Fähigkeiten! Und, Herr Beckmann, wo waren die?! Der Satz des gestrigen Abends war wohl die Feststellung, dass Herr Buffon der beste Torhüter dieser WM sei. Und worauf stützt sich diese interessante Aussage, Herr Beckmann? Was ist der Typ für ein Speichellecker! Widerlich! Vielleicht sollte er sich darum bemühen, nicht live am Mikro einen Abgang beim Kommentieren des favorisierten Teams zu bekommen. Es gibt da durchaus passende Momente, Herr Beckmann. Und dann müssten sich nur die Ihr Gehechel antun, die sich freiwillig mit Ihnen ins Bett legen. Vielleicht ist es langsam Zeit, nicht nur über den Schutz der Nichtraucher zu reden ... .

Nun ist es also vorbei und ich schleiche mich vom Acker. Italien ist Weltmeister und ich kann nur sagen: Viel Spaß dabei!

Möchte aber noch ein Transparent zitieren, dass ich gesehen habe.

“Thanks for being our guests!”

Jo.


Tach auch ...
10.7.06 12:42


Kannst Du machen nix

Nu geht er. Ich hatte kein gutes Gefühl. Bitter, aber verständlich. Wenn ich Jürgen Klinsmann wäre, hätte ich auch nach den letzten Wochen Angst bekommen. Als ich MV gehört habe, wurde mein Gefühl nicht besser. Diese Bekräftigungen, man hätte „Jürgen“ immer unterstützt, konnten einem eine Vorstellung davon geben, wie sie ihm vereint in den Arsch getreten haben.

Ist das der alleinige Grund? Glaub ich nicht. Vielleicht hat Klinsmann einfach was aus der Geschichte von „König Otto“ gelernt. Könnte doch sein. Oder vielleicht ist ihm tatsächlich seine Familie wichtiger. Wäre das nicht löblich? Vielleicht hat die Familie Klinsmann einfach keine Lust nach Europa oder Deutschland zu kommen. Vielleicht ist Klinsmann in der Tiefe seiner Seele ein Feuerwehrmann. Was weiß ich.

Egal, nu iss a wech und das löst auch bei mir kurze Momente der Panik aus. Wie soll es weitergehen? Wird es weitergehen? Dreht sie sich doch? Kann man mir das garantieren?

Bierhoff scheint Löw nicht für den richtigen Mann zu halten. Keine Ahnung, ist mir nie vorgestellt worden und beim Training war ich nicht dabei. Allerdings … etwas freudlos kommt er schon rüber, der Jogi. Wie wäre es mit dem lustigen Trainer, der immer so schön beim ZDF gelitten hat. Wäre der was? Keine Ahnung, ob er über die Fähigkeiten verfügt, die es braucht, aber dann hätten wir einen neuen Trainer, der prima lächeln kann. Und irgendwie scheint dieser Optimismus ja ganz entscheidend gewesen zu sein. Da kann ich leider nicht mitreden. Dauergrinsen ist mir ebenso fremd wie es mich beunruhigt. Soll aber nicht heißen, dass es keinen hohen Stellenwert hätte. Begeisterungsfähigkeit ist mir stattdessen wohl bekannt und davon hatte der lustige Mann doch jede Menge.

Dann hätten wir allerdings die nächste Krise. Jogi wäre knatschig und sein freudloses Gesicht würde auch noch traurig gucken. Gar nicht auszudenken, was da alles passieren kann. Jogi will nicht mehr, Bierhoff macht Managerschulungen und im Hintergrund lauert Hitzfeld. Hitzfeld! Gott bewahre!

Nein, wir sollten rufen: Der König ist tot, es lebe der König! Und wenn es denn Jogibär sein soll, dann soll es so sein. Wir könnten ihm den lustigen Trainer vom ZDF als Assistenten zur Seite stellen und dann paßt das schon wieder. Ich habe davon eh keine Ahnung. Solange man mir Hitzfeld, Vogts, Maggath (wie schreibt sich dieses Brechmittel?) und den ganz schlimmen Matthäus erspart, ist fast alles verhandelbar.

Und dann gab es für alle, besonders aber für den DFB, noch eine Lektion zu lernen. Die, dass Klinsmann nur nach seinen eigenen Regeln spielt. Dass er sich das Recht heraus nimmt, seine Entscheidungen selbst zu fällen und sich dabei mit der Gattin statt mit dem Kaiser zu beraten. Böse, böse! Es wäre Beckenbauer nicht im Traum eingefallen, zu irgendeinem Zeitpunkt die Familie in den Mittelpunkt zu stellen. Er hätte das und tut es wohl immer noch, als „Memmentum“ angesehen. Ich höre ihn noch reden: „Jetzt muss er bleiben!“ Nee Franz, muss a nich!!! Essen, atmen, trinken, schlafen, kacken und pinkeln muss er. Viel mehr muss er nicht. Und um Erlaubnis muss er den Mann auch nicht fragen, der sich mit öffentlicher Kritik nicht zurückhalten konnte.

Na gut, Jürgen Klinsmann, dann leb mal schön und viel Spaß dabei. Aber eines … eines, das solltest Du Dir noch nicht einmal in Deinen Träumen vorstellen, mein Freund. Dass Du die Amis trainierst! Noch nicht einmal in Deinen kühnsten Vorstellungen. Und solltest Du je darüber nachgedacht haben … vergiss es und zwar ganz schnell! Dann ist nämlich Schluss mit freundlich und verständnisvoll. Dann wird das Bundesverdienstkreuz präpariert und einer anderen Bestimmung zugeführt. Wir können auch anders!

Der König ist tot. Es lebe der König!

Tach auch …
12.7.06 10:01


Der König des Fußballs

Da haben die Ereignisse mich überholt. Joachim Löw also. Alles klar. Klinsmänner weg ... Löwianer, Bierhöffer und Köppelsche ran. Ob da noch wer kommt? Schauen wir mal.

Ob das geht? Et muss, also gehdet auch!

Warten wir es einfach ab. Ist ja nicht so, dass wir viele Alternativen hätten. Jedenfalls nicht nach dem neuen Strickmuster. Seien wir also nicht so voreilig und lassen uns von Joachim Löw überraschen.

An seinem Lächeln hat er schon gearbeitet. Hab' ich gesehen. Wenn es ihm jetzt noch gelingt, sein überschäumendes schwäbisches Temperament zu zügeln und in geeignete Kanäle zu leiten ... wer weiß?

Der Junge hat hart gearbeitet und eine Chance verdient. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Hau rein, Jung! Viel Glück dafür.

Tach auch ...
12.7.06 14:56


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