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Runter vonne Couch

Okay, dat Gizma hat gesacht, ich soll meinen Hausfrauenarsch wieder an den PC schwingen und wat sagn. Un dann soll ich auch noch dat erzreaktionäre Geschwätz von die Frau Herman bekämpfn. Wat denn? Alles auf einmal? Hömma Sternchn, ich bin da gerade meine Überminuten am Abfeiern. Hörsse? Ich bin nämlich nich eine von die faulen Säue, die da nur auf die Couch pennen tun. Ich habe meine 18 Minuten genauso gearbeitet, wie dat die französische Frau tun tut. Soga noch meea als dat. So, un gez steht mich doch wohl ma ne Pause zu. Odda wat?! Abba … ich will ma nich so sein. Ich will mich den Aatikel ma angucken und dann wat sagn. Aba ich sach nua, wat ich will. Hasse mich verstandn? Nua wat ich will! Vielleicht find ich dat ja gut. Wat denn dann? Ich bin ja schließlich keine von die bösen Frauen, die die Frau Herman da so beschriebn hat. Nix da! Ich tu, wofüa ich auf diese Welt gekommen bin. Ich hab einen rausgedrückt und gez mach ich ganz auf Familie. Jawoll, ne gute Frau un Mutta bin ich. Ich weiß, wo mein Platz is. Also, wer sacht denn, dat ich dat, wat die Frau Nachrichtensprecherin gesacht hat, nich gut find? – Sach ma, dürfn die eigentlich ohne Drehbuch sprechen? Dürfn die ihre eigenen Texte sagn un schreiben? Hät ich nich gedacht! – Un wenn ich dat gut find, dann sach ich dat auch. Fettich!

Tach auch …
30.4.06 18:30


Heute wird gestern morgen sein - kotz!

Eva, meine kleine Blume,

mit Interesse habe ich gelesen, was von Deinem Artikel vorab veröffentlicht worden ist. Schätzgen, warum tust Du Dir das an? Man lässt Dich doch noch die Nachrichten vorlesen. Oder nicht? Und dann hast Du doch auch noch diese schicke Rateshow beim NDR. Da hättest Du zusätzliche Publicity doch gar nicht nötig gehabt. Oder glaubst Du immer noch an das Motto, dass es besser sei, wenn die Leute schlecht über Dich reden, als gar nicht über Dich zu reden. Eva! Also spätestens nach den Geschichten Deiner hoch geschätzten Kollegin, der Frau Stahnke, hättest Du das aber besser wissen müssen, mein Engel. Bedenklich stimmt allerdings die Erkenntnis, dass die Innenansicht Deiner intellektuellen und Gefühlswelt ungefähr so appetitlich ist, wie die Innenansicht des Darms jener genannten Dame, samt Eingang. Hast Du keine Angst, Süße, dass Deine Ergüsse dahin gehen, wo auch der Inhalt des schon erwähnten Darms eine Heimat fand? Obacht!

Warum sind denn jetzt alle böse mit Dir, Engelein? Sind sie gemein zu Dir? Pass auf, Dir sind da ein paar kleine Fehler unterlaufen. Ist ja nicht so schlimm. Ich erkläre es Dir einmal, das verstehst Du schon.

Nicht alle Frauen, die arbeiten, tun das, um sich zu verwirklichen. Denk mal nach, Evalein, wie hoch mag der Grad der Verwirklichung beim Auspacken der Kisten bei Lidl wohl sein? Diese Frauen tun das oft, weil sie Geld brauchen. Das ist das Zeug, das Dir der Sender monatlich auf Dein Konto überweist. Damit bezahlen sie etwas, das man Rechnungen nennt. Die Dinger kennst Du auch. Sie kommen meistens mit der Post und nehmen Dir einen Teil des Zeugs wieder weg, das Dir der Sender monatlich auf Dein Konto überweist. Guck mal bei Dir zuhause nach. Da findet sich was.

Abgesehen davon, hast Du hier einiges falsch verstanden. Das stimmt schon im Ansatz nicht, Sonnenschein. Du gehst offensichtlich davon aus, die Frauen seien „Im beruflichen Kampf gegen die Männer am Ende ihrer Kräfte und Ressourcen angelangt. Sie sind ausgelaugt, müde und haben wegen ihrer permanenten Überforderung nicht selten suizidale Fantasien.“ Nicht im beruflichen Kampf gegen die Männer, Eva. Das kann schon allein deswegen nicht funktionieren, weil Frauen, die auf Positionen arbeiten, um die Männer kämpfen würden, in der Regel so gut sind, dass ein solcher Kampf, wenn überhaupt, dann nur kurzfristig stattfinden könnte. Dazu sind sie meist zu gut und das teilt sich auch den Männern mit. Sollte das eine Reflektion Deines Lebens sein, sagte das höchstens etwas über Dich aus. Sollten diese Kämpfe anhaltender Natur sein, mein Licht, dann gibt es dafür Gründe. Es gibt allerdings einen Kampf. Gegen das System, das von allen getragen wird. Nicht nur von Männern. Und hier findet sich auch das eigentliche Problem … oft Frauen. Frauen, wie Du. Frauen, die Söhne erziehen, die das System weitertragen. Frauen, die das System der Ungleichbehandlung legitimieren, weil sie den Vergleich mit ihresgleichen fürchten, auf den sie aber nicht verzichten können. Frauen, die dafür sorgen, dass Männer mit ganz billigen Nummern davon kommen, damit es auch für sie schön einfach bleibt.

Frauen, die ungleich behandeln. Der Mann ist vom weiblichen Karrierebewusstsein verunsichert? Aha. Und wir lähmen durch unser Handeln jede starke Männlichkeit, die wir uns in der Tiefe unserer Seelen sehnlichst herbeiwünschen? Licht meines Alters, bist Du so leicht zufrieden zu stellen? Reicht es Dir, wenn ein Mann nur dann stark ist, solange diese Überlegenheit nicht infrage gestellt wird? Dann solltest Du aber eigentlich keine Probleme haben. Davon gibt es doch sooo viele! Pass auf, Liebe, es gibt Männer, die können jenseits ihres Schwanzes denken und handeln. Ohne dabei zu vergessen, dass sie einen haben und wofür er gut ist. Das ist nicht nur ein böses Gerücht, Eva. Es gibt sie wirklich. Ich bin mit so einem Mann verheiratet. Bei dieser Spezies ist die Männlichkeit nicht an die Überlegenheit bezüglich allem Weiblichen gebunden. Die produzieren und leben Männlichkeit aus sich selbst heraus. Wie soll ich das nur nennen, damit Du mich verstehen kannst? Mal sehen … ja, vielleicht geht das: Dieses Männliche existiert autonom und versorgt sich selbst. Ungefähr so wie ein Haus mit Sonnenkollektoren. Das kannst Du auch beheizen, ohne am Stromnetz angeschlossen zu sein. Falls dann die Strompreise steigen oder der Rohstoff knapp wird, kann Dir das egal sein. Du bist Deine eigene Quelle. Kannst Du mir folgen? Aber wieder zurück zu den Männern. Das Problem mit solchen emanzipierten Männern ist allerdings, dass sie nur mit emanzipierten Frauen klar kommen. Und das sind nun einmal Frauen, die auch jenseits ihrer Vagina oder ihrer Brüste denken und handeln können. Ohne zu vergessen, dass sie welche haben und wofür die gut sind. Ja, meine Kleine, da hast Du natürlich ein Problem. Never play with the big boys! Da bleiben dann nur die kleinen Jungs für Dich übrig, was auch Dein Problem erklären könnte. Wie schon erwähnt … das sagt sehr viel über Dich aus.

Du hast natürlich Recht. Sehr viele Kinder, viel zu viele Kinder werden in Deutschland vernachlässigt. Es ist eine Schande! Zu behaupten, diese Kinder seien allein den berufstätigen Frauen zu zuschreiben, offenbart soviel Dummheit wie Unkenntnis. Tut mir leid, Eva, aber das muss ich jetzt so sagen. Es ist auch nicht ganz zutreffend, dass es reine Frauensache sei, sich darum zu kümmern. Das ist nach wie vor so, weil Menschen wie Du dafür sorgen, dass sich an den bestehenden Verhältnissen nichts ändert. Ich könnte Dir jetzt mannigfaltige Beispiele vor Augen führen, warum und wie das im Ausland anders laufen kann. Aber wofür Perlen vor die Säue werfen? Den einen Teil willst Du nicht sehen und der andere Teil überfordert Dich. Also lassen wir das. Richtig ist, dass nicht genug Zeit für Kinder aufgebracht wird. Auch nicht genug Geld. Schon gar nicht Anerkennung. Man könnte darauf kommen, dass dies eine Aufgabe der Eltern und des Staates sei. Die Männer sind oft größtenteils aus der Erziehung abgekoppelt. Oft übrigens unfreiwillig. Viele Männer sind wesentlich weiter als Du, Liebe. Die haben überhaupt keinen Bock auf Dein „Heim am Herd“-Gesülze. Das reicht ihnen nämlich nicht. Tja und der Staat weiß seine Aufgabe noch nicht einmal mehr intellektuell zu formulieren. Aber … wir haben ja noch die Frauen. Wenigstens etwas. Tausch den Begriff „Elternverantwortung“ aus durch „Mütterverantwortung“ und schon stimmt das wieder. Ist es nicht schön, dass das Leben so einfach sein kann?

Für diese bösen Frauen ist die Fortpflanzung also Option und keine Selbstverständlichkeit? Schätzgen, für jeden, der verhütet, ist die Fortpflanzung eine Option und keine Selbstverständlichkeit. Das hat der Papst aber lange vor Dir erkannt! Da war der aber fixer und hat die Quelle allen Übels ausgemacht. Darf ich Dich was fragen, so von Mutter zu Mutter? Poppst Du so selten oder kommt nicht mehr?

Ach ja, dann noch die Sache mit den Talenten der Frau, die einen beruflichen Aufstieg nach ganz oben verhindern. Richtig! Fast vergessen. Da kann ich nur bedingt mitreden. Ich habe keinen Schöpfungsauftrag, da ich nicht in der Kirche bin. Sorry. Leider ist auch das mit der Harmonie und dem Frieden nicht so wirklich meine Sache. ADHS. Sorry. So erklärt sich wohl auch mein Versagen als Mutter. Ich konnte das Glück des Stillens nicht erleben und mein Kind schlief fast fünf Jahre lang nicht durch. Allerdings … als ich meinen Beruf an den Nagel gehangen hatte, schlief der Bengel auch nicht durch. Liegt wohl daran, dass er Deiner journalistischen Arbeit noch nicht folgen kann. Kann noch nicht lesen. Kann man nichts machen. Wo war ich? Ach ja, die Talente. Ich weiß, dass da meine Talente nicht liegen. Irgendwelche muss ich aber wohl haben. Lass mich zitieren: „… was das Glück bedeutet, ein Baby zu bekommen, einen liebenden Mann an der Seite zu haben und – manchmal unter größten Mühen – etwas zu er erschaffen, was man Familiensegen nennt.“

Meine kleine Rose, lass Dir von Mutti mal was erklären. Ich kenne die Arbeit als Angestellte, als Selbständige, als Hausfrau und Mutter. Ich habe genauso viel verdient wie mein Partner, weniger, mehr und habe im Moment kein eigenes Einkommen. Ich habe mit meinem Partner 24 Stunden am Tag zusammen verbracht, tageweise die Arbeitswoche verlebt und sehe ihn zurzeit nur am Wochenende. Ich kenne klassische Familien (Mutter, Vater, Kind(er)), Patchworkfamilien, Familien, die aus zwei Partnern bestehen (auch gleichgeschlechtlich), Familien, die sich aus Menschen zusammensetzen, die einfach miteinander leben wollen (auch asexuell), Familien, die so viele Kinder haben, dass sie sofort als asozial eingestuft werden. Das alles losgelöst von der Frage, ob die Frau nun böse ist oder nicht. Weil die Menschen sich lieben und weil sie für ihr Handeln Verantwortung übernehmen können. Mit und ohne Schwanz / Vagina. Weil sie sich weder hinter karrieregeilen Frauen, noch hinter Luschen als vermeintliche Opfer der Emanzipation verstecken müssen. Und vor allen Dingen, weil sie es nicht nötig haben, ihre eigenen Schwächen und ihr eigenes Versagen den Umständen zuschreiben zu müssen. Sie sind nicht in der Defensive und müssen sich auch nicht vor jedem daher gelaufenen Pseudosoziologen rechtfertigen. Und glaube mir, Holde, ich kann Soziologen von Schwätzern unterscheiden. Kann ich.

Und weißt Du, was noch Fragen aufwirft? Die Tatsache, dass diese Menschen ein Familienleben führen. Über lange Zeiträume hinweg. Mein Partner, z.B. hat einfach keine Angst vor mir als Konkurrentin. Stell Dir das mal vor. Der Konkurrenz am Arbeitsplatz stellt er sich, ob Männlein oder Weiblein und vor klugen und starken Frauen hat er zum Verrecken keine Angst. Da kannst Du machen, was Du willst. Darf er auch nicht, sonst würde er in diesem Umfeld, das gespickt ist mit klugen und starken Frauen, auch gar nicht überleben können. Tut er aber und das schon fast 20 Jahre. Du allerdings hast doch Deinen Schöpfungsauftrag erkannt und bist doch immer darum bemüht etwas zu erschaffen, was man Familiensegen nennt. Unter Mühen, wenn es sein muss. Meinst Du, dass das jetzt bei Deiner vierten Ehe Früchte tragen könnte?

Schätzelein, Deine Qualitäten als Nachrichtenvorleserin seien hier nicht in Frage gestellt. Quizfragen kannst Du auch prima stellen. Du kannst gebären und findest immer wieder Männer, die glauben, dass Du es diesmal, mit ihrer Liebe an Deiner Seite schaffen kannst. Außerdem siehst Du doch prima aus. Wollen wir es nicht lieber dabei belassen? Selbstständiges Denken und intellektuelle Konsequenz gehören nun einmal nicht zu Deinen Talenten. Muss doch auch nicht sein! Du bist durchaus in der Lage, ein Problem zu erkennen. Es hapert allerdings schon bei der Definition desselben, von Lösungsansätzen mal ganz zu schweigen. Schau doch mal, Du führst doch ein schönes Leben, darfst Geld verdienen und das Glück des Mutterseins erfahren. Ist Dir das nicht genug?

Lies einfach weiter vor, beglücke Deinen Mann, stopf Deinem Kind die Brust in den Mund. Und denke stumm. Okay?

Tach auch …
30.4.06 21:20





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